Eine Definition von Qualitätskommunikation

Ein Blog über Qualitätskommunikation sollte auch eine Definition von Qualitätskommunikation anbieten. Das soll hiermit geschehen. Doch für eine geeignete Definition muss ich erst mal ausholen.

Legt man die ISO 9000:2005 zugrunde, spielen Qualitätsmerkmale und die Anforderungen daran eine große Rolle bei der Definition von Qualität. So weit, so klar. Legt man aber weiterhin zugrunde, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht nur ein, zwei oder drei Qualitätsmerkmale aufweist, sondern eine Vielzahl von Merkmalen, die sich aus der Anzahl aller Anforderungen ergibt, dann wird es schon komplizierter.

Dem qualitätsbewussten Abnehmer steht für seine Kaufentscheidung in der Regel nur eine gewisse Anzahl an Qualitätsinformationen zur Verfügung. Bei der Entscheidung für eine Flasche Wein beispielsweise, genügt der Blick aufs Etikett (Informationsangebot), um zu sehen, um welche Sorte es sich handelt und woher der Wein stammt. Wenn der Wein dem erfahrenen Weintrinker bekannt ist, weiß der auch schon in etwa, wie der Wein zu Hause vor dem Kamin schmecken wird. Was der Kenner allerdings in der Regel nicht weiß, ist die Menge an Pflanzenschutzmitteln, die der Winzer im Erntejahr eingesetzt hat und ob davon noch Rückstände im Wein sind.

Natürlich sollte jeder Weintrinker erwarten dürfen, dass keine Pflanzenschutzmittelrückstände im Wein sind. Eine berechtigte Qualitätsanforderung, die einem im Supermarkt allerdings nicht sofort ins Bewusstsein rückt und daher nicht unbedingt auch geäußert wird, weil die Unbedenklichkeit eigentlich vorausgesetzt wird.

Bei der Qualitätsbeurteilung werden Informationen darüber benötigt, ob die individuellen geäußerten und nicht geäußerten Anforderungen an die Qualität auch erfüllt sind (Informationsbedarf). Falls die Rückstandsfreiheit von Pflanzenschutzmitteln im Wein doch eine bewusstes Kriterium für die Kaufentscheidung ist, kann ein potentieller Weinkäufer natürlich auf ein Qualitätssiegel achten, das ihm signalisiert: „Rückstandsfrei erzeugt!“

In vielen Fällen deckt sich allerdings der Informationsbedarf nicht mit dem Informationsangebot (s.o.). So kann es bei der Beurteilung von Qualität zu Verzerrungen kommen und tatsächliche Qualitätsmerkmale, die eigentlich den Anforderungen entsprechen und zu einer höheren Zahlungsbereitschaft führen würden, werden vom Kunden nicht wahrgenommen. Für den Verkäufer ist das ungünstig, wenn ein Kunde eigentlich bereit gewesen wäre, für ein spezielles Qualitätsmerkmal mehr zu bezahlen. Dadurch wird Umsatz verschenkt. Da aber verschiedene Kundengruppen (Anspruchsgruppen) unterschiedliche Anforderungen haben, muss die Kommunikation von Qualität auf die jeweilige Gruppe abgestimmt werden.

Aus diesen Überlegungen heraus, spielt Qualitätskommunikation für die Qualitätsbeurteilung eine besondere Rolle. Ihre Aufgabe ist es, den Informationsbedarf mit der Informationsnachfrage in Einklang zu bringen.

Deshalb kann eine Definition von Qualitätskommunikation lauten:

„Qualitätskommunikation ist die Gesamtheit aller Kommunikationsbemühungen, messbare und nicht messbare Qualitätsmerkmale im Hinblick auf geäußerte und nicht geäußerte Qualitätsanforderungen für die jeweilige Anspruchsgruppe wahrnehmbar und nachvollziehbar zu machen.“

Wie eingangs bereits gesagt, ein Blog über Qualitätskommunikation sollte auch eine Definition davon anbieten. Das ist hiermit geschehen.

Wer das ganze nochmals in wissenschaftlicher Form nachlesen will, dem sei “Qualitätskommunikation und Erfolgsfaktoren im Commodity-Marketing” (ab S. 83) empfohlen.

Weitere Beiträge aus dem Blog zum Thema Qualität:

Posted in Qualität | Tagged , , | Leave a comment

Community Supported Agriculture

Online-Communities haben Konjunktur. Über Online-Communities wird viel berichtet. Und fast jeder von uns ist im Internet Mitglied in irgendeiner Online-Community. Communities finden aber immer auch noch außerhalb des Internets statt und erfreuen sich großer Beliebtheit. Das zeigt beispielsweise die kleine aber weltweit wachsende Zahl von Landwirten, die sich mit ihren Abnehmern zu kleinen regionalen Anbau-Communities zusammentun. Diese Form der Community-Bildung wird auch gemeinschaftsunterstützte Landwirtschaft oder Community Supported Agriculture genannt.

Die gemeinschaftsunterstützte Landwirtschaft bzw. Community Supported Agriculture ist kein ganz neues Konzept. Neu ist lediglich die zunehmende Verbreitung dieser speziellen Form der Erzeugung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Über die Entwicklung der gemeinschaftsunterstützten Landwirtschaft machen die Quellen unterschiedliche Angaben. Die ursprüngliche Idee der Integration von Kunden in den Produktionsprozess stammt demnach aus Japan, aber auch die Schweiz und sogar Deutschland werden als Ursprungsorte genannt.

Die japanische Form der der gemeinschaftsunterstützten Landwirtschaft hat sich seit den 1960ern entwickelt und wird mit Teikei bezeichnet. Ob die amerikanische Konzeption der CSA aber direkt auf Teikei zurückgeht, ist zumindest nach wikipedia (Stand April 2010) unklar.

In den USA hat sich die gemeinschaftsunterstützte Landwirtschaft seit Mitte der 1980er verstärkt verbreitet. Sie wird dort zu den Alternative Farming Systems gezählt. Die Website localharvest.org hält zahlreiche Informationen und ein umfangreiches Blogverzeichnis zum Thema bereit.

Die CSA-Programme bzw. die Programme der gemeinschaftsunterstützten Landwirtschaft können im weiteren Sinne der regionalen Direktvermarktung zugerechnet werden. Das besondere ist jedoch die enge Beziehung zwischen Landwirt und Abnehmer. Je nach Ausprägungsgrad der Gemeinschaftsunterstützung können die meist lokalen Abnehmer selbst Teilhaber am Hof sein. In der Regel verpflichten sie sich jedoch zu Beginn eines Jahres, einen Teil der Hoferzeugnisse garantiert abzunehmen. Damit unterstützen die Verbraucher “ihren” lokalen Landwirt. Seine Absatzrisiken sinken und seine Liquidität verbessert sich. Dafür erhalten die Abnehmer frische regionale Produkte vorwiegend aus ökologischer Produktion.

In Deutschland ist der Buschberghof einer der wenigen Höfe, die das Konzept Community Supported Agriculture konsequent umsetzen. Dafür ist er bereits 2009 mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau in der Kategorie “Gesamtwirtschaftliche Konzeption” ausgezeichnet worden. In der Begründung der Jury heißt es:  ”.. [weil der Hof] mit seinem Betriebskonzept einer “Wirtschaftsgemeinschaft” – entsprechend der in den USA als “Community Supported Agriculture” (CSA) bekannten Bewirtschaftungsform – erfolgreich und nachhaltig einen für Deutschland neuartigen Weg der Betriebsführung gegangen ist.“

Einen Beitrag über amerikanische CSA-Initiativen hat der Journalist und Blogger Adrian Krebs geschrieben. Er lenkt die Aufmerksamkeit auch darauf, dass die USA nicht nur landwirtschaftliche Innovationen im Bereich Gentechnik hervorbringen, sondern auch im Bereich der alternativen Produktions- und Vermarktungsformen. Community Supported Agriculture gehöre dazu.

Eine besondere Form der Gemeinschaftsunterstützung betreibt die Regionalwert AG in der Region Freiburg. Die Bürgeraktiengesellschaft unterstützt die regionale Landwirtschaft und fördert Landwirte, die sich einer nachhaltigen Wirtschaftsweise verpflichten mit Kapital. Die Idee wurde 2009 vom Nachhaltigkeitsrat ausgezeichnet.

Die gemeinschaftsunterstütze Landwirtschaft liegt im Trend. Und gerade die Nachfrage nach bio-regionalen Lebensmitteln eröffnet für diese Form der regionalen Vermarktung neue Möglichkeiten. Wer also plant, diesen Trend, für sich zu nutzen, der sollte jetzt schon mal anfangen, Kontakte zu knüpfen und sich zunehmend mit seinen Kunden zu vernetzen. Warum nicht auch mit Hilfe einer Online-Community?

Posted in Management | Tagged , , | Leave a comment

AgrarBlogs.net

Agrarblogs.net

Agrarblogs.net

Agrarblogs oder Landwirtschaftsblogs sind im Internet spärlich vertreten und häufig schlecht vernetzt. Wer also auf der Suche nach entsprechenden landwirtschaftlichen Blogs ist, hat es unter Umständen nicht ganz leicht, direkt fündig zu werden. Interessierte Leser und Blog-Autoren können sich die Suche jetzt aber etwas erleichtern mit einem Blick in das Blog-Verzeichnis AgrarBlogs.net.

AgrarBlogs.net ist ein Projekt des Farmbloggers Michael Wenzl und bildet eine Plattform für alle Blogs, die sich im weiteren Sinne mit landwirtschaftlichen Themen befassen. Damit sind allerdings nicht nur Landwirte gemeint, sondern ganz ausdrücklich auch Agrarhändler oder Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Auch Winzer, Imker, Gärtner, Forstwirte, Tierwirte, Pferdewirte, Fischwirte, Lohnunternehmer und so weiter und so fort können sich auf AgrarBlogs.net registrieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um private Blogs oder Firmenblogs handelt. Konventionelle Blogger sind genauso willkommen wie ökologische Blogger. Anfänger und Fortgeschrittene sind gleichermaßen eingeladen. Und auch berufsständische Vertretungen und Verbände mit eigenem Blog sollten die Anmeldung nicht scheuen.  

Der Eintrag in das Verzeichnis ist kostenlos und kann von jedem Agrar-Blogger über das Anmeldeformular beantragt werden. Wer auch über ein Twitter-Konto verfügt, kann sich über die laufenden Veränderungen auf AgrarBlogs.net über Tweets informieren lassen. Einfach @AgrarBlogs folgen!

Posted in Internet | Tagged , , | 4 Comments

Lebensmittelblogger

Dass man für die eigene Website und das Bloggen eine positive Einstellung zu den neuen Medien braucht, dürfte auf der Hand liegen. Dennoch ist der Umgang mit den neuen Medien für viele noch keine Selbstverständlichkeit.

Eine offensichtlich positive Einstellung zur eigenen Website und zur Kommunikation über das Internet haben beispielsweise folgende Unternehmer und Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie betreiben ein Weblog und bloggen in regelmäßigen Abständen zu verschiedenen Themen. Und das sehr erfolgreich.

  1. Frosta: Zu den bekanntesten Unternehmensblogs der Ernährungswirtschaft gehört sicherlich der Frosta-Blog. Frosta-Mitarbeiter inklusive der Geschäftsleitung bloggen dort zu unternehmensrelevanten Themen. Die Frosta-Blogger haben sich vorgenommen, keine Kommentare zu zensieren und jeden zu Wort kommen zu lassen. Manchmal vielleicht auch zu unbequemen, wie die Diskussion über Biohühner aus Thailand zeigt.
  2. Walter Saftblog: Ein weiterer Prominenter unter den Lebensmittelblogs ist der Saftblog der Kelterei Walther aus Arnsdorf (Sachsen). Im Januar hat dieser  Blog seinen vierten Geburtstag gefeiert. Dazu von hier aus nachträglich noch „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag und alles Gute für die Zukunft!“
  3. Bäcker Süpke: Bäckermeister Wolfgang Süpke veröffentlicht in seinem Blog Rezepte zu Backwaren und anderen Leckereien. Und das recht erfolgreich. Das Informationsportal Wikio führt den Blog als Top-Blog in der Kategorie Gastronomie. Mehr zum Bäckermeister Süpke gibt es hier.
  4. Fleischerei Freese: Fleischermeister Ludger Freese aus dem Oldenburger Münsterland bloggt nach eigenen Angaben auch, weil es ihm Spaß macht. Bei der Kommunikation über das Internet, nutzt er auch das Videoportal Youtube und Twitter. 

Sicherlich gibt es noch viele weitere interessante Blogs aus der Lebensmittelwirtschaft. Die oben genannten Beispiele sollen exemplarisch zeigen, wie unterschiedlich Internet-Kommunikation mit Hilfe von Blogs betrieben werden kann.

Bei meinen Recherchen habe ich jedoch Blogs von Landwirten (Landwirtscahftsblogs) vermisst. Diese sind im Netz offenbar sehr gut versteckt. Aber immerhin werden landwirtschaftliche Themen in einigen Blogs aufgegriffen. Die Farmblogger haben hier zum Beispiel über die Biofach in Nürnberg berichtet. Und auch die landwirtschaftliche Handelsplattform gruuna schreibt einen Blog, in dem schwerpunktmäßig über die Landwirtschaft berichtet wird. In diesem Artikel geht es zum Beispiel um Kooperationen in der Landwirtschaft.

Welche weiteren Blogs in der Agrar- und Ernährungswirtschaft gibt es noch? Wer berichtet noch über seinen eigenen Betrieb? Hier ist die Möglichkeit mal richtig Werbung zu machen – Bühne frei!

Posted in Internet | Tagged , , | 7 Comments